News aus dem Cyclocrosssport von und mit Oliver Corpus. Aber auch über Technik und Material des Cyclocross-Sports. Und viele weitere Themen mehr aus der großen Welt des Radsports im allgemeinen.
Montag, 15. Oktober 2012
Photos Cyclocross Kayl 14.10.2012
Bad Kayl
Der Post Titel mag etwas verwirrend klingen ,aber er hat seine Bedeutung. Fahren nicht Rennen fahrende Menschen in diverse Bad's um für teuer Geld Fango Packungen zu bekommen , gibt es das für Rennen fahrende Menschen hier und da auch mal gratis. So geschehen gestern im südluxembourgischen Kayl und dem dortigen Cyclocross Rennen.
Der Cyclocross von Kayl ist so ein Rennen wo man in den Tagen vorher permanent den Wetterbericht studiert und hofft das es keinen Regen geben würde. Denn Regen ist der größte Feind der dortigen Rennstrecke.Ist doch das Waldgelände berüchtigt für "etwas andere Bodenverhältnisse". Aber es kam so wie es kommen sollte und auch musste. Der Himmel öffnete seine Schleusen in den Tagen und der Nacht vor dem Rennen und das Schiksal nahm seinen vorherzusehenden Lauf. Das abfahren der Runde vor dem Rennen machte schnell klar was uns erwarten würde. Der Kurs hat ja abgesehen von seinen Bodenverhältnissen noch ein paar andere spezielle Eigenarten. Kein Rennen im luxembourger Kalender bei dem es so oft in Kurven und Turns um Bäume herum und kleine , aber dafür um so steilere Abfahrten hinunter geht. Das ganze dann noch gespickt mit einer Unzahl von Wurzeln , die dummerweise auch noch ungünstig zur Fahrlinie an der Oberfläche erscheinen. Oder auch nicht, da man sie vor lauter Schlamm erst gar nicht mehr ausmacht.Technisch gesehen das wohl anspruchsvollste Rennen im Kalender. Aber ansonsten ein schönes Rennen. Hart, aber fair und gerecht. Kurz vor dem ersten Rennstart wurde dann trotzdem noch eine der nicht ganz ungefährlichen Sektionen herausgenommen ,weil sich dort in einer technischen Abfahrt mehr wirklich glatte Wurzeln befanden wie eigentlicher Boden .Und glatte Wurzeln sind nun eben mal so verheerend wie blankes Eis. Im Sinn der Sicherheit und Gesundheit der Rennfahrer eine gute Entscheidung.
Das Rennen selbst wurde dann vom "Seriensieger" der bisher laufenden Saison von Anfang an bestimmt und er drückte diesem Rennen auch wieder einmal den Stempel auf. Die Rede ist von Sascha Weber vom Continental Team Differdange, der der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance ließ und mit einem , so kann man es ruhig sagen , "riesigen" Vorsprung das Rennen gewann. Auf solch einer Strecke ist Sascha einfach auch unschlagbar. Zu oft hat er, auch schon bei Weltmeisterschaften, bewiesen , dass er sobald es glatt und rutschig wird unter den Rennreifen einfach eine Klasse für sich ist. Er fährt noch dort sicher ,wo andere längst nicht mehr wissen ob sie überhaupt noch Kontakt zum Boden mit dem Rad haben. Der zweite Danny Lacroix konnte dann noch den drittplazierten Gusty Basch auf Distanz halten. Dieser wiederum wurde auf nahezu identischer Strecke im Januar lux. Meister .
Und da wären wir dann auch am Schluß bei den Bädern und dem Fango. Denn den gab es in Unmengen völlig gratis, frisch aus dem Kayler Waldboden gezaubert. Und so sahen die Fahrer dann nach dem Rennen auch entsprechend aus. Etwas unkenntlich aber mit gesunder Gesichtsfarbe unter der Schlammpackung. Etwas unerfreulich war dann aber das die Duschen eiskalt waren. Bei den Wetterbedingungen mit Temperaturen um die 8° und Dauerregen hätten sich sicher alle Renner eine heiße Dusche gewünscht. Aber man ist ja hart im nehmen und so nimmt man dann auch das so wie es kommt mit Humor. Könnte alles ja immer noch schlimmer sein , oder schlimmer kommen.
Das Bild ,mit Dank an Alain Fröhling, zeigt ein wenig die Umstände.
Als dann.....haltet durch !
Montag, 8. Oktober 2012
Speedcross auf schwerem Geläuf
Als alternder Mann muss man sich einen Tag nach einem Rennen erst einmal etwas sortieren am "Morgen danach" . Man spürt Knochen und Muskeln, von denen man vor einigen Jahren nicht mal wußte das es sie überhaupt gibt.
Verantwortlich für solche "AHA" und "OHA" Erlebnisse ist das gestrige Rennen in Dippach in der westlicheren Pheriperie von Luxembourg gelegen. Seit einigen Jahren fährt man in einem vorgelagerten Ortsteil von Dippach auf einem weitläufigen Wiesengelände ein , wie ich finde, wunderschönes Crossrennen. Der Kurs hat etwas von belgischem Charakter. Schnell, aber trotzdem nicht leicht. Ich würde sogar sagen schwer. Denn die Eigenheit dieses Rennens ist nun mal das es auf gut 90% der Strecke nur über Wiese geht. Und da Wiesen ja nie bis selten topfeben sind und dementspechend weniger gut flüssig zu fahren sind, tut der Untergrund das seine um Fahrer und Material zu malträtieren. Hat man sonst auch mal eine kleinere Abfahrt wo man es rollen lassen und ein wenig durchatmen kann, muss man in Dippach immer aufs Pedal drücken. Dummerweise kostet das nicht nur Kraft in den Beinen , sondern auch vom ganzen restlichen Körper. Vor allem dem Rücken. Und da bin ich dann bei meinen "AHA's" und "OHA's" . Mein größter Schwachpunkt. Die Beine wollen ja meist noch, aber die Rückseite des Körpers ist da öfter mal anderer Meinung.
Trotzdem war es ein super schönes Rennen mit vielen Startern und auch vielen , doch recht begeisterten Zuschauern.
Gewonnen hat erwartungsgemäß ein anderer "saarländischer Luxembourger" mit Sascha Weber, der beeindruckend den Rest der Konkurenz in die Schranken verwies, vor dem momentan wirklich stark fahrenden Lex Reichling,der mit seinem zweiten Platz wieder seine momentane sehr gute Form bewies. Als dritter kam dann mit Felix Drumm ein ganz junger aufs Podium. Felix fährt seine erste Saison bei "den Großen" und ich bin sicher das es nicht das letzte mal war das er so weit vorne platzliert war. Zudem ja auch in Luxembourg schon ein "alter Bekannter".
Meine Wenigkeit konnte die Wertung der Masters , also der Männer jenseits von gut und böse, für sich entscheiden.Das Leiden hat sich dann in einem gewissen Maß doch gelohnt. Mal sehen wie es weiter geht in den nächsten Wochen.
Es war ein schönes Renn Wochenende. Und trotz dem vielen Regen in den vergangenen Tagen,eine doch ,im Verhältnis gesehen , recht saubere Angelegenheit. Cyclocross von seiner schönen Seite eben. Ein Lob an den Veranstalter , der eine echt super Veranstaltung ,wieder einmal, auf die Beine gestellt hat. Im nächsten Jahr dann wohl auf einer anderen Lokalität. Man hört ein Bauer.........
In der kommenden Woche geht es dann nach Kayl. Im südlichsten Teil des Großherzogtums wird an altbekannter Stelle gecrosst. Dort dann auf einer der wohl technisch schwierigsten Kurse des luxembourger Rennkalenders. Zudem auch noch sehr schwer.
Bilder von gestern mit Dank an Edmund Fries und Christian Wegner.
also dann bis die Tage. Haltet durch...........Freitag, 5. Oktober 2012
Renn Cyclocrosser
In loser Reihenfolge möchte ich hier an eine schon einmal dagewesene Geschichte anknüpfen. Es geht um Renn - Cyclocrosser . Also die CX-Rennräder die auch in richtigen Rennen eingesetzt werden. Ich mache heute mal mit einem meiner Räder den Neu-Anfang. Und zwar ist es ein neues Carbon Disc Modell was ich in einem gemeinsamen Projekt ,zusammen mit Paul Mathot aus Luxembourg gestartet habe. Details hier:
* Rahmen OCCP - MATHOT Carbon Disc "Team Issue"
* Gabel Carbon tap. headtube 1.5"
* Schaltgruppe Shimano Ultegra DI2
* Kurbelsatz Shimano Dura Ace , BB30
* Anbauteile Lenker,Vorbau , Sattelstütze PRO-Vibe (46cm,120mm, 31.6mm)
* Bremsen Avid BB7
* Zugsets Shimano Dura Ace weiß
* Laufräder wahlweise Gunsha Carbon oder Novatec / Mavic Reflex , 32Loch gespeicht
* Reifen zur Zeit wahlweise Dugast Typhoon oder TUFO Flexus Primus / Cubus
* Sattel Fizik
So starte ich in den Rennen. Ich nutze nur noch Disc Rennräder. Einmal umgestiegen ,möchte ich nicht mehr zurück. Außerdem ist für mich die DI2 mit das Beste was man an einem Cyclocross Rennrad haben kann. Die Vorteile sind im Cross Bereich noch größer als auf der Straße , da man wesentlich mehr und auch in schwierigen Situationen schaltet, wo man mit mechanischen Systemen einfach an Grenzen kommt. Zudem ist der Aufwand in der Wartung fast gegen null. Lediglich die Akkus müssen ab und an geladen werden.
Dienstag, 2. Oktober 2012
Cyclocross Reifen das große Mysterium
Ich möchte heute kurz über das richtige aufkleben von Cyclocross Reifen schreiben. Ein kleines Mysterium wie es immer wieder scheint. Das letzte zurück liegende Rennen zeigte wieder einmal mehr , dass es ungemein wichtig ist Cyclocrossreifen richtig fest auf die Felgen auzukleben.
Was ist zu tun?
Eigentlich ist es relativ einfach wenn man ein paar grundsätzliche Dinge beachtet. Ich schreibe jetzt hier wie ich es mache und damit auch Erfolg habe.Andere mögen es anders machen. Ich gebe nur meine persönlichen Erfahrungen wieder.
Ich nutze:
* Continental Schlauchreifen-Reifenkleber aus der Dose. Meiner Erfahrung nach mit der Beste.Dabei nutze ich den ganz normalen Kleber sowohl für Carbon wie für Aluminium Felgen.
* etwas Sandpapier um neue Felgen etwas anzurauhen vor dem kleben.
* Verdünnung , oder Bremsenreiniger geht auch um die Felgen richtig sauber und fettfrei zu bekommen.
* Cyclocrossreifen natürlich. Neue Reifen werden auf alten Felgen einige Tage mit maximal möglichem Druck vorgedeht
* Zudem braucht man etwas Ruhe und Gelassenheit und etwas Zeit
Das wars an sich an Handwerkszeug.Nun gehe ich wie folgt vor:
* Felgen mit Sandpapier(mittlere Körnung)anrauhen
* Felgen reinigen
* trocknen lassen
* erste Schicht Kleber auf die Felge auftragen
* alles über Nacht trocknen lassen
* am folgenden Tag dann eine zweite Schicht Kleber auftragen und trocknen lassen
* Eine dritte Schicht Kleber auftragen und ein paar Minuten einziehen lassen
* in der Zwischenzeit das Nahtschutzband des Reifens mit Kleber einstreichen. Den Reifen hierfür mit etwas unter 1bar aufpumpen
* nun den Reifen die Felge ziehen ,auf die noch nicht ganz angetrocknete Schicht Kleber. Man muss das hier ein paar mal gemacht haben damit man das so beherrscht das man keinen Kleber an den Händen oder sonst wo hat.
* Reifen mit etwa 2-3 bar aufpumpen und ausrichten
* Laufräder nun idealerweise einen Tag mit maximal möglichem Druck stehen lassen damit das ganze eine kraftschlüssige Verbindung eingeht
Der Reifen sollte nach dieser Prozedur nicht mehr von der Felge zu ziehen sein. Zur Kontrolle ob alles richtig hält lasse ich die Luft ab bis etwa auf 1 bar. Der Reifen walkt nun auf der Felge. Ich drücke nun seitlich gegen den Reifen. So sieht man ob alles richtig fest ist und auch die Kräfte aushält die vor allem beim Kurven fahren mit niedrigeren Drücken auftreten.Nicht selten werden ja in einem Rennen um die 1,5-2bar gefahren. Der Reifen muss hierfür aber perfekt auf der Felge halten!
Ich hoffe ein wenig weiter geholfen zu haben und das eure Reifen in Zukunft alle halten. Abspringende Reifen sind ärgerlich und können über einen Sieg mitunter entscheiden.
Bis dann. Haltet durch...... *
Montag, 1. Oktober 2012
Saisoneröffnung....endlich geht es los
Endlich geht es wieder los!
Die Cyclocrosssaison 2012/13 ist wieder gestartet. Und zwar in Luxembourg. Gestern ging es im Heimatort des amtierenden lux. Meisters im Cyclocross , Gusty Bausch, auf einem spektakulären Kurs wieder rund. Endlich wieder Cyclocross. Endlich wieder richtige Action.Der Fanclub von Gusty Bausch und sein Lizenz gebender Verein der LC Kayl baten zum Start. Den spektakulären Kurs sprach ich ja schon an. Und das war er wirklich. Man hatte zu den Vorjahren einige Abschnitte verändert und das zum positiven wie ich finde.Es ging schon beim Start los. Die jetzige Lösung ist viel besser , weil einfach mehr Platz vorhanden ist. Die Runde ist zwar , wie ich finde, insgesamt schwer und auch technisch in einigen Passagen sehr anspruchsvoll, aber sie ist ehrlich. Hier fährt keiner gut, der nicht überall Stärken hat. Sowohl konditionell, wie auch technisch. Einzig einige Kurven würde ich flüssiger gestalten und die Sektionen etwas breiter abstecken. Aber sonst ist das die beste Runde die es dort bisher gab, wie ich finde. Alles fahrbar und nur eine kleine Laufpassage eine kleine Treppe hinauf. So sieht moderner Cyclocrosssport aus .Und auch mit dem Wettergott müssen die Leute in Brouch es gut stehen haben. Sonne satt und Temperaturen fast wie im Sommer. Was will man mehr für einen schönen Renntag.
Bestimmt wurde das Rennen dann auch von den gesetzten Favoriten. Sascha Weber aus St. Wendel, für das Continental Team Differdange startend, gewann mit knappem Vorsprung vor Lokalmatador Gusty Bausch und Lex Reichling. Der letztgenannte wiederrum gewann somit auch die Espoir / U23 Wertung . Ich selbst kam auf Platz 20 und war somit auch erster Masters Fahrer. Damit kann ich ganz zufrieden sein fürs erste Rennen. Das erlebte ich in der Vergangenheit auch schon anders.
Einen kleinen Kritikpunkt hätte ich aber noch. Ich hoffe man verzeiht mir wenn ich mir wünschen würde, wenn bei einem Cyclocrossrennen , wo ja Action pur angesagt ist, eine etwas andere, der Action des Rennens entsprechende Musik laufen würde. Das Terrain und die Location hat in Verbindung mit dem guten Wetter ja fast schon die Möglichkeit ein absolut cooles Event daraus zu machen. Belgien lässt grüssen:-)
Im Anhang zwei Bilder. Dafür Dank an just4fun.lu und Christian Wegner. Mehr Bilder dann später.
Am kommenden Sonntag geht es dann in Dippach weiter.
Bis dahin...haltet durch!


